• Das Haus dämmen – dringender denn je

Das Haus dämmen – dringender denn je

04.10.2022 Katharina Meier

Über 100 Mitglieder des Hauseigentümerverbands Toggenburg liessen sich in der Isofloc in Bütschwil über die Herstellung und den Einsatz von Dämmmaterial informieren.

Dass es sich bei der Firma um den einzigen Zellulosehersteller der Schweiz handelt, erstaunte am Donnerstagabend dann doch manche. Er stösst pro Tag rund 40 Tonnen Material aus. Grundstoff ist Altpapier. Es wird auf dem Mischplatz sortiert, von Fremdkörpern wie Büroklammern und Bostich befreit, geschreddert, bis zur feinen Faser verkleinert und mit Zusatzstoffen für den Brandschutz versetzt. Der leichte flockige Rohstoff wird im Anschluss komprimiert in Säcke verpackt, ehe sie später im Inland wie im Ausland auf den Baustellen oder bei Renovationsobjekten gebraucht werden.

Einblasen an Ort, dämmen im Werk
Hier wird das Produkt aus dem Soorpark Bütschwil mit einer Maschine aufgelockert und – meist durch Zimmermänner oder Schreiner – in die Hohlräume des Hauses, Daches oder Zimmers verdichtet eingeblasen. Der Vorteil, so hiess es an den Führungen in vier Gruppen im Betrieb, sei ein lückenloses und fugenfreies Dämmen bis in alle Winkel. Bei Neubauten werden die Wände immer mehr vorgefertigt und bereits im Werk mit einer Einblasplatte gedämmt.

Tägliche Kontrollen
Um eine hohe Qualität des Dämmstoffes garantieren zu können, beginnen die täglichen Kontrollen bereits beim angelieferten Rohstoff Altpapier. Namentlich seine Feuchtigkeit aber auch die hinterbliebenen Farbstoffe des Druckprozesses können das Material negativ beeinflussen. «Unser Endprodukt wird zudem auch auf seine Brennbarkeit, aber auch auf seine Wärmeleitfähigkeit getestet», erklärte Willi Senn, Leiter Anwendungstechnik.

Eigenschaften von Zellulose
Die Dämmung mit Zellulose zählt wegen des Altpapiers, das aus Holz entsteht, zu den natürlichen beziehungsweise den nachwachsenden Dämmstoffen. Seine Herstellung kostet weniger Energie als die Erzeugung mineralischer Dämmstoffe wie Steinwolle. «Altpapier», eingeblasen in die Wände und Mauern, wirke als guter Wärmepuffer und sorge im Winter für Wärme und im Sommer für Kühle, hiess es seitens des Herstellers. Der Zellulosedämmstoff verbessere zudem die Luft- und Winddichtigkeit und mache mit seiner Atmungsaktivität das Raumklima angenehm. Auch schlucke der Dämmstoff Schall und Lärm.

Fenster, Decken und Estrichboden
Damit das Produkt auch fachgerecht angewendet wird, bietet das Unternehmen, das 2018 von Michel Alder übernommen wurde, Schulungen für Handwerker an, damit sie die Einblasmaschinen richtig einsetzen. Letztere werden in Bütschwil vertrieben als auch vermietet. Bevor die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer jedoch planlos Hohlräume dämmen möchte, empfiehlt sich eine Hausanalyse durch das Energietal Toggenburg oder die Energieagentur St. Gallen, wie Energieingenieur Jörg Drechsler, St. Gallen, im Anschluss an die Führungen und vor dem Imbiss und der Weindegustation sagte. «Aber bereits das Dämmen des Estrichbodens und der Untergeschossdecken hilft Energie sparen, ist gut und günstig. Schwachstellen hingegen sind meist auch die Fenster. Hier gilt es anzusetzen.» 

Katharina Meier, 29.09.2022

 

Pressespiegel

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