• Es wird noch lange herumgefeilt werden

Es wird noch lange herumgefeilt werden

03.05.2022

Die Abschaffung des Eigenmietwerts und das kantonale Planungs- und Baugesetz beschäftigen die Mitglieder des Hauseigentümerverbands Toggenburg.

«Eine schnelle Änderung beim Eigenmietwert ist nicht zu erwarten», erklärte der Präsident des HEV Toggenburg Armin Brülisauer an der Generalversammlung im «Löwen» Mogelsberg. Vorstandskollege und Kantonsrat Adrian Gmür bestätigte den rund 100 Anwesenden, dass an der Gesetzesänderung auf Bundesstufe noch lange herumgefeilt werde, die Vorlage mit Lobbyarbeit und zusätzlichen Ergänzungen immer wieder torpediert werde.

Starkes Auftreten im Kantonsrat
Gmür stellte jedoch fest, dass auf kantonaler Ebene für die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer durch ein starkes Zusammenstehen viel erreicht werde. Die in der vergangenen Session in erster Lesung behandelten Weilerzonen sollten in Zukunft eine massvolle Entwicklung erfahren dürfen, zumal hier ein Standesbegehren beim Bund eingereicht werden soll. Zudem konnte die Solaroffensive, welche zum Ziel hatte, dass ab 2035 bei einer Sanierung auf jedem Dach eine Photovoltaikanlage Vorschrift gewesen wäre, abgewehrt werden. Ob schliesslich das Amt für Kultur oder die Gemeinde das letzte Wort bei den Schutzobjekten habe, werde aber erst im Sommer behandelt, so Adrian Gmür.

Offensiver werden
Der Hauseigentümerverband Toggenburg ist mit 2810 Mitgliedern die viertgrösste Sektion im Kanton St. Gallen. Um diese Stärke sichtbar zu machen und sie noch zu vergrössern, will der Verband offensiver auftreten. «Neben der neuen intensiverer Zusammenarbeit mit dem Energietal Toggenburg wollen wir auch marketingmässig mehr investieren», so Armin Brülisauer. Konkret geplant sind Massnahmen, möglicherweise Plakataktionen: Sie sollen neue Stockwerkeigentümerinnen und Hausbesitzer animieren, von den Vorzügen des Hauseigentümerverbands wie Unterstützung in Rechts-, Energie- oder Vermietungsfragen zu profitieren und darlegen, dass ein Verband helfen kann und sich das Wohnen im Toggenburg lohnt.

«Wir haben einen Sachwert»
Denn während der Pandemie hat sich gezeigt, dass neue Arbeitsmodelle wie dem Homeoffice das Leben auf dem Land noch attraktiver machen. Dies widerspiegelt sich auch in den Zahlen des Geschäftsberichts 2021: Der Leerwohnungsbestand im Tal war mit 1.73 Prozent per Mitte 2021 deutlich tiefer als im Vorjahr (2.65 %) und unter dem Kantonsschnitt. Die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren, namentlich bei den Eigentumswohnungen, sei sehr hoch, der Boden werde jedoch immer knapper. Wie sich der Wohnungsmarkt und das Umfeld für den Hauseigentümer in Zukunft entwickeln werde, sei schwierig abzuschätzen, so Brülisauer. Faktoren wie Konjunktur, Einwanderung, Geldmenge, Inflation, Hypozinsen, Krieg und Pandemie wirkten mit. «Was wir bereits merken: Die Kaufkraft sinkt, vieles wird teurer. Als Eigentümer haben wir jedoch den Vorteil, dass wir eine Sache haben, die nicht wie das Geld an Wert verliert.»

Über den Wipfeln ist Ruh

Der Hauseigentümerverband Toggenburg steht gemäss Finanzchef Christian Balschun ebenfalls gesund da, auch wenn 2021 ein kleiner Verlust von rund 1900 Franken verbucht werden musste. 2022 wird wieder mit einem Gewinn gerechnet. Dazu beitragen wird die von der Versammlung genehmigte Erhöhung des Jahresbeitrags auf Normalniveau, nachdem den Mitgliedern wegen der Pandemie ein Rabatt gewährt wurde. Einen Zuschlag gab es für sie jedoch bereits vor der Versammlung: Sie durften bei idealen Bedingungen den Baumwipfelpfad mit Führung besuchen und die einmalige Errungenschaft des Neckertals geniessen.

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