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HV Hauseigentümerverband Toggenburg mit Besichtigung der Gärten und mehr AG

05.05.2026 Text und Bilder: Patricia Wichser

Die HEV Toggenburg-Mitglieder blühten auf. Am 15. April versammelten sich 152 Mitglieder zur Führung des Gartenbauunternehmens Gärten und mehr in Lütisburg-Station. Anschliessend fand die HV im Rössli Tufertschwil statt.

In Gruppen von jeweils 24 Personen führten die Mitarbeitenden die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer durch das neu errichtete Firmengebäude im Lerchenfeld in Lütisburg-Station. Die Gärten und mehr AG ist spezialisiert auf Gartenplanung, Gartenbau und Gartenpflege sowie als ausgewiesener Spezialist für Wassergärten von naturnahen Teichen bis Pools und beschäftigt über 40 Mitarbeitende.

Der Rundgang begann beim Werkhof dem zentralen Dreh- und Angelpunkt des Betriebs, von dem aus die täglichen Einsätze koordiniert werden. Bereits dort sorgte eine strassenseitige Leuchtwerbetafel für staunende Gesichter: Die HEV-Mitglieder wurden persönlich und in leuchtender Schrift willkommen geheissen.

Weiter führte der Weg ins Steinlager, wo unter anderem edle italienische Tuffsteine ausgestellt sind, sowie vorbei an modernen Flammengrills, die aktuelle Gartentrends widerspiegeln. Im obersten Stock erhielten die Besucherinnen und Besucher Einblick in die Planungsarbeit: Präsentiert wurden detailreiche 3D-Visualisierungen von Gartenprojekten – darunter auch eindrückliche Konzepte für Wasserlandschaften – sowie die umfassenden Dienstleistungen der Gärten und mehr AG, von der ersten Idee bis hin zur Organisation von Baugesuchen.

Ein besonderes Highlight bildete die grosszügige Dachlandschaft: Über mehrere Ebenen erstreckt sich eine beeindruckende Dachterrasse mit naturnah gestalteten Pools und vielfältiger Bepflanzung. Von dort bot sich auch ein Blick auf die über 500 Quadratmeter grosse Solarpanel-Fläche auf dem Werkhofdach. Beim anschliessenden Apéro auf dem «Gärten und mehr»-Areal blieb noch Zeit sich über Gartenprojekte Gedanken zu machen und Fragen über den Betrieb zu stellen. Herzlichen Dank an Werner Looser, VR-Präsident und Inhaber der Gärten und mehr AG und seinem Team für die grossartige Führung/Besichtigung.

Steigen die Hauspreise weiter?
Eine Talüberquerung später waren die HEV Toggenburg-Mitglieder im Rössli Tufertschwil anzutreffen. Armin Brülisauer, Präsident HEV Toggenburg, begrüsste die zahlreich erschienenen Teilnehmenden und Gäste. Das Restaurant war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Im Jahresbericht nahm er Rückblick auf die vergangenen Anlässe und analysierte die gesamtschweizerischen Zahlen. Seit dem Jahr 2000 ist der Leerwohnungsbestand auf Tiefststand. Im Toggenburg ist der Leerwohnungsbestand bei 1.06% angekommen (Kanton St. Gallen 1.35%). Bei der aktuellen Bevölkerungsentwicklung reicht die jetzige Bautätigkeit nicht aus. 28 baubewilligte EFHs und 32 baubewilligte EWGs sind es im Toggenburg. «Insgesamt ist ein ausgetrockneter Bestand im Toggenburg feststellbar», erklärt Armin Brülisauer. Bei den Eigentumswohnungen etwas weniger als bei den Einfamilienhäusern, da die Bauparzellen knapp sind. Das Zinsniveau von unter 2 % ist derzeit angenehm für Neukäufer, weshalb die Nachfrage wieder anstieg; dies auch deshalb, da im Mietsektor in den letzten zwei Jahren teilweise Erhöhungen durchgesetzt wurden. Bei selbstbewohnten Immobilien haben sich die Preise erneut nach oben verschoben. Die Preise im Wohneigentum sind in der gesamten Schweiz gestiegen – 2025 gab es einen Preisanstieg von 3.5 Prozent. Bei seiner Prognose hält Armin Brülisauer fest, dass aufgrund Nahost-Entwicklung eine sich verschlechternde Konjunktur-Entwicklung und/oder steigendes Zinsniveau zu Nachfrage-Rückgang und eventuell zu Preis-Stillstand oder -Rückgang führen könnten.

Rücktritte und Ersatzwahlen
Der HEV Toggenburg zählt 2900 Mitglieder und die organisierten Anlässe, mit Führungen sowie HV mit Abendessen, sind immer schnell ausgebucht. Priorität hatte bisher, dass die Anlässe und HVs im gesamten Vereinsgebiet stattfinden. An der HV wurde seitens Mitglieder dem Vorstand nun ein Modus-Wechsel vorgeschlagen. Der Vorstand wird den Vorschlag prüfen. Im 2026 wird es keinen Herbstanlass geben, da der HEV an der TOM vertreten ist.

Christian Balschun, Finanzen HEV Toggenburg, stellte die Rechnung 2025 und das Budget 2026 vor. Die Rechnung 2025 weist einen Gewinn von Fr. 8645.76 aus. Beides wurde von der Versammlung bewilligt.

Colette Bernet, Beisitzerin und Christian Balschun, Finanzen, traten per HV 2026 zurück. Armin Brülisauer ehrte beide für ihre jahrzehntelange vorbildliche Vorstandsarbeit. Als Nachfolgerschaft konnte der HEV-Präsident Michaela Grob als Aktuarin (Rochade Josias Ammann neu Beisitzer) und Manuel Bleiker für die Finanzen vorstellen. Beide wurden einstimmig gewählt.

Grüsse, Solar und Politik
Barbara Dürr, Geschäftsleitung HEV Kanton St. Gallen, überbrachte die besten Grüsse vom Kantonalverband und blickte auf die erfolgreiche Abstimmung über die Abschaffung des Eigenmietwertes zurück.

Christoph Kauz, Geschäftsleiter Energietal Toggenburg, erklärte, dass sich trotz sinkender Einspeisevergütungen PV-Anlagen lohnen. Mit Überprüfung des eigenen Stromverbrauch-Verhaltens (Stromnutzung am Mittag) und allenfalls einer Speicherbatterie lässt sich schon viel machen. Auch mit Blick auf die aktuelle Weltlage, bleibt es spannend, selbst Energie zu produzieren. Christoph Kauz erklärte, dass sich mit einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), der auch virtuell möglich ist (vZEV), oder einer lokalen Energiegemeinschaft (LEG) der Eigenverbrauch einer PV-Anlage weiter erhöhen kann. Wer eine PV-Anlage besitzt, kann mit diesen Modellen den eigenen Strom an seine Nachbarn verkaufen, bevor dieser ins Netz eingespeist wird. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in einem solchen Zusammenschluss können nachhaltig und lokal produzierte Energie nutzen und haben unter Umständen auch finanzielle Vorteile.

Adrian Gmür, Kantonsrat, hielt die HEV-Mitlieder über die laufenden Geschäfte in der Politik auf dem Laufenden. Im Bau- und Planungsrecht ist man dran, die Einsprachrechte einzuschränken (mit Radiuseinschränkung und Kostenauflage), da diese zahlreiche Bauvorhaben blockierten oder Bauwillige zur Aufgabe zwingen. Da sind zwei Motionen in Bern hängig. Seit 2017 gibt es eine Übergangsfrist von zehn Jahren zur Anpassung der Zonenpläne. Zahlreiche Gemeinden sind bei der Überarbeitung noch nicht nachgekommen. Nun wollte man die Übergangsfrist auf dreizehn Jahre erhöhen, dies konnte man dank Intervention auf zwölf Jahre reduzieren. Weiter gab Adrian Gmür Auskunft über die aktuell laufende Gesetzesrevision zur Digitalisierung von Baugesuchen. Damit sollen Bauverfahren einfacher und schneller werden. Beim Kantonalen Richtplan wird das Toggenburg bei der Bevölkerungszunahme unterschätzt und die Flächen für Siedlungsraum sind zu klein, respektive dem Toggenburg werden im Verhältnis zur Entwicklung der letzten Jahre zu wenige Bauzonen zugesprochen.

Armin Brülisauer dankte den Gästen und Referenten sowie dem Vorstand, besonders dem HV-Organisator Werner Wagner und schloss den offiziellen Teil. Im gemütlichen Teil liessen die HEV-Mitglieder mit einem feinen Abendessen aus der Rössli-Küche den Tag ausklingen.