• Kommission muss Vorlage zur Eigenmietwertbesteuerung überarbeiten

Kommission muss Vorlage zur Eigenmietwertbesteuerung überarbeiten

18.10.2022 Roland Rino Büchel, Nationalrat, Vorstand HEV Schweiz

Der Nationalrat hat den grundsätzlichen Handlungsbedarf zur Abschaffung der Besteuerung einer fiktiven «Eigenmiete» erkannt. Das ist gut so. Die Vorlage der vorberatenden Kommission war jedoch überladen. Darum wurde sie vom Nationalrat zurückgewiesen. Wie geht es weiter?

Sowohl der Nationalrat als auch der Ständerat wollen den «Eigenmietwert» abschaffen. Der Weg dazu war lang. Und wir sind noch nicht am Ziel. Nach fünf Jahren Beratungen in Bundesbern ist das Geschäft immer noch nicht unter Dach und Fach gebracht worden. Die kritischen Punkte (Abzug für private Schuldzinsen, Schuldzinsabzug für Ersterwerber, Unterhaltskostenabzug) sind noch nicht geklärt.

Will die Mehrheit des Nationalrats bei der Wohneigentumsbesteuerung wirklich eine Änderung? Oder handelt es sich bei der Rückweisung um eine Alibi-Übung? Positiv ist, dass eine Mehrheit des Nationalrats nach intensiven Diskussionen grundsätzlich für einen Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung gestimmt hat. Das heisst: Die Problematik für die betroffenen Wohneigentümer wird anerkannt. Mit der Rückweisung an die Kommission verbindet der Nationalrat nun den klaren Auftrag, eine system- und verfassungskonforme Vorlage vorzubereiten – ähnlich, wie sie der Ständerat im letzten Jahr im Sinne des HEV Schweiz verabschiedete. Dieses Ziel hätte jedoch schneller erreicht werden können, und zwar durch eine Beschlussfassung des Nationalrats zur Vorlage. Dies verbunden mit einer Bereinigung der Differenzen zum Ständerat im Rahmen der weiteren Beratung zwischen den Räten.

Das ist nicht passiert. Fertig mit Hinauszögern. Die Kommission hat die Überarbeitung endlich ohne Umschweife an die Hand zu nehmen. Die relevanten Punkte sind analog der Vorlage des Ständerates zügig zu überarbeiten. Ist das möglich? Ja, denn Bundesrat und Kantone stellen sich nicht quer. Eine Lösung noch vor den eidgenössischen Wahlen im nächsten Jahr gehört auf den Tisch. Die Parlamentarier müssen bis dahin Farbe bekennen, für oder gegen das Wohneigentum.