Im Toggenburg heizen laut kantonaler Statistik aus dem Jahr 2024 rund 29% mit Holz, 24.5% mit Heizöl und 21.7% mit Wärmepumpe.
Doch wie sehen die aktuellen Preise in unserer Region aus? Fangen wir mit der Holzheizung an. Die beliebteste Holzheizung für Einfamilienhäuser ist die Holzpelletsheizung. Waldenergie Schweiz schreibt in ihrer Medienmitteilung, dass gemäss der unabhängigen Preiserhebung von pelletpreis.ch der Erdgaspreis mit 14.55 Rp./kWh im Juni 2026 rund 53% (Quelle: Bundesamt für Statistik) teurer ist als Pellets, die 9.49 Rp./kWh kosteten. Mit 11.14. Rp./kWh (Quelle: Bundesamt für Statistik) kostete Heizöl 14% mehr als die Holzstäbchen. Diese haben sich im Juli verglichen mit dem Vormonat um 2% verteuert.
Preisstabile Pellets
Pellets bleiben in der Schweiz trotz der unsicheren Versorgung mit Heizöl und insbesondere Erdgas mit durchschnittlich Fr. 474.70 pro Tonne um Juli preisstabil. Im Juni kostete eine Tonne noch durchschnittlich Fr. 465.10, sprich 2% weniger als im Juli. Im Vorjahresmontagsvergleich verteuerten sich die Tonne von durchschnittlich Fr. 411.70 auf Fr. 474.70 pro Tonne. Das entspricht einem Anstieg um 15.30%. Das zeigt die unabhängige Erhebung von pelletpreis.ch, die die Preise seit 2008 veröffentlicht. «In der Regel ziehen die Preise von Pellets im August an und steigen dann steig bis zum Ende der Heizsaison. Danach sinken sie meist wieder», erklärt Anita Niederhäusern, Herausgeberin von pelletpreis.ch. Sie erklärt weiter: «Dass die Preise schon im Juli wieder steigen, zeigt, wie viel Unsicherheit im Markt ist.»
Teuerung wird eingepreist
Auch wenn die Versorgung mit Pellets im nächsten Winter nicht in Frage steht, so schlagen doch höhere Treibstoff- und Strompreise auf die Preisgestaltung von Pellet. Auch Versicherungen sind 2026 teurer geworden, so dass der Markt tendenziell früher anzieht, weil die Lager nach den saisonal bedingten Sonderaktionen leer sind. Da die Lage an der Strasse von Hormus immer noch fragil ist, preisen einige Unternehmen die Unsicherheit bereits ein.
Ölheizungsbesitzer im Dilemma
Am meisten Mühe haben die ÖlheizungsbesitzerInnen. Wann ist der richtige Zeitpunkt um Heizöl zu kaufen? Je nach geopolitischer Lage können sie höher steigen oder stark fallen. «Für eine nachhaltige Beruhigung der Rohölmärkte bräuchte es eine dauerhafte Entspannung der Lage – danach sieht es derzeit nicht aus», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Zwar ist Heizöl in den letzten drei Monaten 7,4 Prozent günstiger geworden, kostet aber noch immer rund 31 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das zeigt ein Blick auf die Heizölpreise von HEV Schweiz anhand des Kantons Zürich (3001 bis 6000 Liter): 8.9.2026 (Fr. 161.60), 23.6.2026 (Fr. 114.60) und 6.1.2026 (Fr. 95.80). Anfangs September 2025 kosteten 100 Liter gerade mal Fr. 99.20. Der Preis zog stetig an. Viele ÖlheizungsbesitzerInnen warteten zu und hofften auf bessere Preise. Die Branche wird damit konfrontiert sein, dass alle Bestellung im gleichen Zeitraum eintreffen.
Von der HEV-Aktion profitieren
Der HEV des Kantons St. Gallen lanciert vom 10. bis 27. September eine Heizöl-Aktion. HEV-Mitglieder sparen Fr. 1.00/100 Liter Heizöl oder 100 Kilo Holzpellets auf den Tagespreis. Weitere Infos unter www.hev-sg.ch
Unterschiedliche Strompreise pro Gemeinde
Bei der Wärmepumpe fällt der Strompreis ins Gewicht, je nach dem auch wie hoch eine allfällige Eigenleistung/Abdeckung durch die PV-Anlage ist. Die Strompreise entwickeln sich je nach Gemeinde unterschiedlich. Gemäss der interaktiven Stromtarifkarte der Elcom (Eidg. Elektrizitätkommission) liegt beispielsweise 2026 der Strompreis Kategorie H4 in Ebnat-Kappel 2026 bei 27.14 Rp./kWh und 2027 ist mit 25.62 Rp./kWh zu rechnen, in Lütisburg 2027 25.02 Rp./kWh gegenüber 2026 bei 24.84 Rp./kWh. Für das Jahr 2027 sinken die schweizerischen Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte im Mittel (Median) leicht um rund vier Prozent. Dies geht aus den Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom hervor. Ein typischer Haushalt bezahlt im kommenden Jahr im Mittel (Median) 26.5 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh). Die Senkung um 1.2 Rp./kWh gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf tiefere Kosten für die Energiebeschaffung zurückzuführen.
Patricia Wichser


